Pädagogisches Leitbild

Flyer

Pädagogik

Spielgruppen sind ein soziales Erfahrungsfeld. Die Kinder lernen dabei, ihren eigenen Platz in einer Gruppe Gleichaltriger zu finden. Sich zu behaupten, Rücksicht zu nehmen, sich gegenseitig mit Stärken und Schwächen zu akzeptieren, einander zu helfen, aufeinander zu hören, aber auch Streiten und wieder Frieden schliessen sind Bestandteile des Gruppenlebens. In der Spielgruppe werken die Mädchen und Buben mit verschiedensten Materialien, sie spielen, singen, malen, kneten, lärmen, bewegen sich, erleben die Natur und hören Geschichten.

Sie dürfen aber auch einfach nichts tun. Ganz wie ihr ureigenes Bedürfnis ist! Auch ein stilles Kind lernt, es nimmt seine Umgebung war und saugt auf. Es lernt durch Beobachten. Wenn es so weit ist, wird es sich von selbst in die Gruppe einfügen und mitmachen. Die Spielgruppenleiterinnen ermuntern es immer wieder, ohne es zu bedrängen.

Spielerisches Erleben, lustbetontes Erproben, gemeinsames Tun: Das alles steht im Zentrum –nicht die Herstellung von gebastelten Produkten. Die altersgemässen Bedürfnisse berücksichtigen heisst: Die Angebote im spielerischen und im kreativen Bereich sind freiwillig. Das Kind erhält auf diese Weise die Möglichkeit, sich bei Bedarf zurückzuziehen, zu beobachten und seinen eigenen Rhythmus zu leben, um auf seine Art am Geschehen teilzunehmen. Die Spielgruppe verzichtet daher auf einen Spiel- und Lern-plan. Die Kinder bestimmen ihre Aktivitäten so weit wie möglich selbst. Die Leiterinnen bieten dazu einen grossen Freiraum und klare Grenzen an.

Wir richten uns sowohl nach der Spielgruppenpädagogik als auch den Orientierungsrahmen frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung und erweiterter Orientierungsrahmen für Bildung und Betreuung von Kindern.

Raum

Den Kindern stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung:

Der Raum ist so eingerichtet, dass Rückzugsmöglichkeiten bestehen. Es gibt ruhige und aktive Ecken, Möglichkeiten sich zu verstecken, Bücher anzuschauen, zu konstruieren, zu sortieren etc.

Verschiedenes Konstruktionsmaterial steht zur Verfügung.

Auch zum Herumrennen ist viel Platz vorhanden.

Ablauf

Die Spielgruppe findet an 3-4 Morgen statt. Die Gruppe besteht aus maximal 8 Kindern – mit jeweils 2 Notplätzen.

Die Zeiten sind von 8:30 – 11 Uhr.

Die Kinder werden beim Eintreffen begrüsst, suchen sich in der Garderobe ihren Platz: am Boden liegt ein Schild mit Foto und Namen. Sie ziehen Jacke und Schuhe aus, die Schuhe werden auf das Schild gestellt, die Jacke aufgehängt. Nach einem frei wählbaren Begrüssungsritual dürfen die Kinder bestimmen, was gemacht werden soll. Sie können Malen, Zeichnen, Bauen, Toben, Bücher anschauen …

Geschichten werden erzählt – auf die verschiedensten Arten. Mal mit Buch, mal mit Puppen, mal mit dem Kamishibai. Die Kinder werden in die Geschichten mit einbezogen, wenn sie mögen.

Manchmal wird auch gesungen. Dann gerne dreistimmig: laut, falsch und mit Inbrunst – Hauptsache, es macht Spass.

Die Sprachfördersequenzen sind individuell und spontan auf das jeweilige Kind/die Kinder abgestimmt. Es kommen regelmässig gemeinsame Spiele zum Zuge, mit denen die Sprache ebenfalls in der Gruppe geübt und gefestigt wird. Hierzu stehen verschieden Hilfsmittel zur Verfügung: Bildkarten, Bingo und Memory sind nur ein paar genannte.

Kurz vor 10 Uhr gibt es das gemeinsame Znüni. Wer fertig ist, darf seine Sachen wegräumen und darf spielen gehen. Anfangs noch ruhig, bis die meisten Kinder fertig sind. Wer nicht essen mag, spielt weiter.

Diversität

Ins Musigdösli kommen Kinder aus allen Schichten, aller Hautfarben, aller Sprachen. Jede Gruppe ist multikulturell.

Sie haben so die Möglichkeit, im geschützten Rahmen mit anderen Kulturen in Kontakt zu kommen.

Die Spielgruppe ist konfessionslos, trotzdem werden die lokalen Feste gefeiert und nähergebracht. Spielerisch, gemeinschaftlich.

Eingewöhnung

Das Kind hat Zeit, sich einzugewöhnen. Bei dem einen geht es schneller, bei dem einen dauert es länger. Die Eltern werden genauso in diesem Prozess unterstützend begleitet, wie das Kind. Es kann vorkommen, dass die Eltern aufgefordert werden, draussen zu warten – vor allem, wenn sie sich zu sehr einbringen, oder auch um den Prozess etwas zu beschleunigen. Das wird im Team individuell besprochen und beschlossen.